Alexander Ernst – Diplom-Psychologe

Psychologischer Psychotherapeut – Verhaltenstherapie
Freiburg im Breisgau

Schmerz und Gedanken

Auch bei Schmerzen gehen uns bestimmte Gedanken durch den Kopf – andere als wenn es uns gut geht. Zur Abschätzung wie Sie selbst »mit Schmerz umgehen« können, dient der von mir vorbereitete Fragebogen im PDF-Format

Zehn Tips gegen Migräne

Tips der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz - Gesellschaft gegen Migräne-Attacken im PDF-Format

Psychologische Schmerztherapie

Multifaktorielles Modell

Die Schmerzwahrnehmung wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, die sich größtenteils wiederum gegenseitig bedingen. Daher die etwas sperrig klingende Bezeichnung des Multifaktoriellen Schmerzmodells.

Auf der körperlichen Ebene sind bei der Schmerzweiterleitung vielfältige Mechanismen beteiligt, von der ersten Wahrnehmung eines Schmerzreizes bis zur Lokalisation des Schmerzortes in der Großhirnrinde. Bereits auf der Zellebene wie auf verschiedenen anderen Ebenen der Schmerzverarbeitung gibt es modulierende Mechanismen, die hemmend oder verstärkend auf die Schmerzintensität eingreifen können. Wird das Nervensystem ständig mit Schmerzsignalen aktiviert, kommt es zu komplexen Veränderungen im peripheren und zentralen Nervensystem. Diese vielen plastischen Veränderungen im Nervensystem führen zu einem Schmerzgedächtnis, was das ursprünglich schädigende Ereignis überdauert. Die Sensibilität des Systems wird bei länger dauerndem Schmerzreizen heraufgesetzt. Dies lässt sich mit dem Vorgang vergleichen, wenn man eine besonders leise gespielte Stelle eines Violinkonzert besser hören will: man stellt den Verstärker lauter.

Uns interessieren jedoch eher die psycho-sozialen Aspekte der Schmerzwahrnehmung

Jeder Schmerz wird auch auf der Gefühlsebene wahrgenommen: Haben wir länger dauernde Schmerzen, schlägt das auf die Stimmung. Schlechte Stimmung lässt uns eher inaktiv werden. Die Inaktivität wird vielleicht durch den auftretenden Bewegungsschmerz verstärkt. Schlechte Stimmung und / oder Inaktivität führen jedoch auch zu einer Zunahme der Muskelanspannung, diese wiederum zu erhöhter Schmerzintensität: ein Teufelskreis!

Schema Teufelskreis Schmerz

Schmerzsignale wollen wahrgenommen sein. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich zunehmend auf den Schmerz; sie dann auf andere Dinge zu richten wird zunehmend schwieriger.

Schmerz wird häufig wie Stress wahrgenommen, innerer und äußerer Stress wiederum verstärken jedoch die Schmerzintensität.

Häufig ist der Tagesablauf durch Gedanken an den Schmerz beeinträchtigt, wie etwa: »Hört das denn gar nicht mehr auf?« oder »Sicher kann ich heute nicht ins Konzert gehen, wenn die Migräne noch stärker wird«. Das wiederum hat einen Einfluss auf die Gefühle, die Aufmerksamkeit und die körperliche Verfassung. Bitte versuchen Sie sich doch auch einmal an dem Fragebogen im PDF-Format.

Eine große Rolle spielt auch die individuelle Lerngeschichte, mit Schmerz umzugehen. Die Schmerzschwelle ist bei Menschen sehr unterschiedlich. Wer als Kind gelernt hat, »ein Indianer kennt keinen Schmerz« wird mit Schmerzen anders umgehen, als jemand, der als Kind für Schmerzäußerungen große Zuwendung erhielt.

Nicht außer Acht zu lassen ist selbstverständlich auch die sogenannte interaktionelle Ebene. Wie reagiert das Umfeld auf die Beschwerden? Was sagt die Familie, wenn geplante Aktivitäten kurzfristig abgesagt werden müssen? Was meinen Arbeitgeber und Kollegen zu häufigen Arbeitsausfällen wegen der mehrfach im Monat auftretenden Migräne?

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Alexander Ernst – Diplom-Psychologe – Psychologischer Psychotherapeut
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Produziert von Thomas Borghoff