Alexander Ernst – Diplom-Psychologe

Psychologischer Psychotherapeut – Verhaltenstherapie
Freiburg im Breisgau

Entspannung und Trance

Ich habe für Sie eine knapp fünfminütige Audiodatei im mp3-Format vorbereitet, die Ihnen praktischer Einstieg in das Thema dienen kann

Ein Fallbeispiel

Herr F. stammte aus Ex-Jugoslawien und kam wegen anhaltend starker Kopfschmerzen und Schwindel in Therapie. Durch den Krieg hatte er Haus und Hof verloren, ... Das Fallbeispiel als PDF

Eine alte chinesische Geschichte

erzählt davon, daß man in diesem Leben nie weiß, was sich als Glück oder Unglück erweisen wird. Die Geschichte als PDF

Hypnotherapie

Wie sieht eine Hypnotherapie praktisch aus?

Grundsätzlich unterscheidet sich jede Hypnotherapie von der anderen, da im Sinne von Erickson individuell und pragmatisch vorgegangen wird. Im Folgenden finden Sie einige typische »Standards«, die häufig zur Anwendung kommen.

Anliegen

Wie bei jeder anderen psychotherapeutischen Methode gilt es zunächst, das Anliegen des Klienten zu klären. Häufig ergibt sich hier schon die Möglichkeit, Ressourcen zu eruieren, die den weiteren Verlauf positiv beeinflussen können.

Vorgespräch und Rapport

Ich beziehe mich dann auf die Vorerfahrungen des Klienten, insbesondere welche Kenntnisse er über Hypnotherapie mitbringt. Häufig werden einige der oben beschriebenen Befürchtungen genannt, die gemeinsam an Hand entsprechender Alltagsbeispiele geklärt werden können, darüber hinaus werden alle Phasen der Hypnotherapie ausführlich besprochen. Dies dient in erster Linie der Reduktion von Ängsten und dem Aufbau einer guten vertrauensvollen Beziehung, ohne die eine Induktion von Trance nicht möglich ist.

Induktion der Trance

Eine Trance beginnt üblicherweise damit, es sich im Sessel so bequem wie möglich zu machen, der Stimme, die Sie führt, zuzuhören, eventuell dabei auf seinen Atem zu achten und verschiedene Veränderungen der Körperwahrnehmung zu beobachten. Unter Umständen kann eine Armlevitation hilfreich sein, dabei wird die Hand oder der Arm so leicht, dass er sich wie von alleine ohne bewusstes Zutun hebt. Die Trance kann durch verschiedene Techniken vertieft werden. Falls Sie aus irgendeinem Grund aus der Trance »erwachen«, ist das in keiner Weise problematisch, da üblicherweise im Anschluss die Tiefe zunimmt (Fraktionierung). Eine entsprechende CD oder MC kann Ihnen helfen, zu Hause selbstständig in Trance zu gehen und damit Selbsthypnose für Ihre Ziele verfügbar zu machen. Ich habe für Sie eine knapp fünfminütige Audiodatei im mp3-Format vorbereitet, die Ihnen praktischer Einstieg in das Thema dienen kann.

Physiologische Veränderungen

Der Zustand der Trance wird oft als ein Schweben zwischen Wachen und Schlafen beschrieben, stellt er jedoch für das Gehirn einen entspannten Wachzustand mit kurzwelligen Alpharhythmen im EEG dar, der mit dem Schlaf keine Zusammenhänge aufweist. In Trance verändern sich zahlreiche Köperfunktionen: die Muskelspannung nimmt ab, Herz- und Atemfrequenz reduzieren sich ebenso wie der Blutdruck. Die Hauttemperatur verändert sich, sowie auch diverse Funktionen des Hormon- und Immunsystems.

Aufmerksamkeit und Gedächtnis

In Trance wird die Aufmerksamkeit nach »Innen« gelenkt, Geräusche, die normalerweise stören würden, werden entweder als unwichtig empfunden oder überhaupt nicht wahrgenommen. Ebenso werden innere Bilder deutlicher und klarer gesehen. So kann es Ihnen durchaus passieren, dass Sie bei der Vorstellung einer Meeresszene tatsächlich das Salz auf Ihren Lippen schmecken…

Der Zugang zu Inhalten des Langzeitgedächtnisses ist deutlich verbessert. Dies kann etwa bei der Suche nach Ressourcen und Zukunftsvisionen hilfreich sein. Oder es kann bei der Bearbeitung konflikthafter Prozesse und Aufarbeitung eines Traumas genutzt werden.

Therapeutische Prozesse

Ein Ziel der Hypnose besteht darin, unwillkürliche Reaktionen zuzulassen, wo wir durch zuviel Absicht dem Körper die Möglichkeit nehmen, selbst die richtigen Lösungen zu suchen. Trance löst innere Suchprozesse aus. Gute Lösungen entstehen zumeist dann, wenn wir unserem Unbewussten die Möglichkeit geben, direkt für uns kreativ zu werden. Z.B. kann man in Trance das Unbewusste befragen, welchen Sinn Beschwerden haben und welche Möglichkeiten bestehen, diese zu verändern. Erickson maß dem Unbewussten größte Bedeutung zu, häufig forderte er seine Klienten einfach auf, dem Unbewussten zu vertrauen und sich von ihm als Helfer führen zu lassen.

Mit Hilfe von Dissoziation kann beispielsweise Schmerz als unwichtig abgeschwächt oder gar komplett ausgeblendet werden. Dissoziation erleben wir auch häufig im Alltag, etwa wenn wir ein spannendes Buch lesen und so fasziniert sind, dass wir das Klingeln an der Tür überhören …

Assoziative Prozesse sind dafür nützlich, fehlende Aspekte hinzuzufügen, die entweder aus dem Erfahrungsschatz des Klienten selbst (Ressourcen) oder per Suggestion eingeführt werden können: »Was hätte in diesem Moment ihr bester Freund getan?«

Regression – als Zurückversetzen des Klienten in eine frühere Zeit seines Lebens verstanden – ist zur Aufsuche von Ressourcen hilfreich, sowie bei allen Situationen, die in irgendeiner Weise nicht abgeschlossen sind. Auch dies ist im Rahmen des Alltags erlebbar: Sie finden auf dem Speicher eine altes Spielzeug und bemerken dabei, dass Sie sich auf einmal genauso fühlen, wie zur der Zeit, als Sie damit in Ihrer Kindheit gespielt haben.

Das Gegenteil davon ist die Progression: die Vorstellung von Situationen, Verhaltenweisen und Bedingungen in der Zukunft. Damit lässt sich etwa eine stressige Prüfungssituation durchgehen und so neues Verhalten bahnen und stabilisieren. Oder Sie stellen sich Ihr neues Leben als Nichtraucher vor oder welche Kleider Sie anziehen, wenn Sie schlanker geworden sind. Auch lassen sich Situationen so anschauen, als ob das Problem bereits gelöst wäre: »Stellen Sie sich vor, es wären jetzt fünf Jahre vergangen, wie würden Sie den Konflikt mit Ihrem Teamleiter dann einschätzen, was hätte Ihnen bei der Lösung geholfen?«

Erickson selbst war ein großer Meister der Utilisation. Das heißt nichts anderes als Bedingungen, die im Grunde beschwerlich sind, für sich sinnvoll nutzbar zu machen. Beispielsweise litt er unter starker Farbenblindheit. Statt unter diesem Makel zu leiden, machte er die Farbe Lila, die er gut sehen konnte, zu seinem »Markenzeichen«. Sein Therapiezimmer war lila gestrichen, seine Studenten schenkten ihm zuweilen lila Geschenke …

Im therapeutischen Kontext bedeutet dies, den Prozess weitestgehend an die Möglichkeiten und Fähigkeiten des Klienten anzupassen. Allein die Sprache bietet hier schon vielfältige Möglichkeiten: wahrscheinlich ist es sinnvoller, jemanden, der sich seiner Heimat sehr verwurzelt fühlt, im Dialekt anzusprechen, als einen Professor, der sich seit Jahren nur mit einer Primzahl beschäftigt …

Reframing heißt übersetzt »einen neuen Rahmen geben« oder einfacher ausgedrückt: Umdeutung und Neubewertung. Ziel ist es, das Verhalten, das bisher abgelehnt wurde, durch eine Perspektive oder ein neues Ziel in einem veränderten – vielleicht sogar positiveren – Licht zu sehen. Damit können Symptome eine neue Funktion erhalten und anders verarbeitet werden, etwa dadurch, dass ein Schmerzen auf einmal zum Warnsignal für zuviel Stress wird.

»Eine alte chinesische Geschichte« (siehe PDF) ist ein gutes Bespiel für erfolgreiches Reframing, dem alten Bauern gelingt trotz widriger Umstände immer wieder, das Beste aus seinem Schicksal zu machen. Oder im Sinne des finnischen Psychiaters und Buchautors Ben Furman: »Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben.«

Das mag sich jetzt alles recht sperrig lesen, Hypnotherapie ist jedoch unheimlich kreativ, bedient sich unterschiedlicher Methoden und ist oft sehr humorvoll. Häufig kommen kleinere Geschichten, Metaphern und Jokes zum Einsatz, die wie beiläufig Veränderungen bewirken.

In ihrem pragmatischen Vorgehen lässt sich Hypnotherapie bestens mit verhaltenstherapeutischen Techniken kombinieren. Utilisation und Reframing wiederum schaffen die Nähe zu systemisch-kurzzeittherapeutischen Ansätzen.

Übrigens: Nicht jede Hypnosession muss durch einen tiefen Zustand der Trance gekennzeichnet sein. Sind Sie skeptisch! Manch einer verließ den Therapieraum, fühlte sich gut und hatte zu keiner Zeit die Augen geschlossen …

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Alexander Ernst – Diplom-Psychologe – Psychologischer Psychotherapeut
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Produziert von Thomas Borghoff